Im
Herbst zum Allergologen
Die
spezifische Immuntherapie – Trends und Entwicklungen
Bei
einer spezifischen Immuntherapie erhält der Patient zunächst
wöchentlich ansteigende Dosen eines Präparats mit „seinem“
Allergen in einer molekular standardisierten Zubereitung.
Anschließend wird über einen Zeitraum von drei Jahren etwa
alle vier bis sechs Wochen eine Erhaltungsdosis in den Oberarm
injiziert. Alternativ können täglich oder mehrmals wöchentlich
Tropfen unter die Zunge geträufelt werden (sublinguale Therapie).
Die SIT wirkt gegen allergischen Schnupfen und allergisches
Asthma aufgrund von Pollen, Hausstaubmilben und Tierhaaren,
aber auch gegen Insektengift-Allergien. Die wiederholte
Verabreichung von standardisierten Allergenen führt nach
heutigem Verständnis zu einer verminderten Freisetzung von
Allergie fördernden Botenstoffen (Zytokinen) durch TH2-Lymphozyten
und einer wie bei gesunden Menschen von TH1-Lymphozyten
dominierten Immunantwort.
„Grastablette“
in größtem Studienprogramm bewährt
Noch
in diesem Jahr soll erstmals eine Tablette in Deutschland
zugelassen werden, die das Potenzial für eine breite Anwendung
der Kausaltherapie bei Patienten mit Allergie auf Gräserpollen
hat. Es handelt sich dabei um eine lyophylisierte Gerüsttablette
mit Allergenen aus Gräserpollen, die unter die Zunge gelegt
wird und sich dort in Sekundenschnelle auflöst. Der Patient
wendet diese Tabletten-Immuntherapie einfach zuhause an.
Die Grastablette hat sich im größten Studienprogramm im
Bereich der Immuntherapie bewährt. „Die Tabletten-Immuntherapie
ist eine neue Chance für Gräserpollenallergiker, die immerhin
schätzungsweise 70 Prozent der Heuschnupfenkranken ausmachen“,
erklärt der HNO-Arzt und Allergologe Klimek.
Auch
Verbesserungen für die subkutane Immuntherapie sind ein
Thema auf dem ÄDA-Kongress. Professor Klimek hat am Zentrum
für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden sehr gute Erfahrungen
mit einem verkürzten Aufdosierungsschema für die subkutan
applizierte SIT gemacht. Bei dieser so genannten Cluster-Immuntherapie
wird die zeitaufwändige Dosissteigerungsphase – ein Hauptproblem
für die Therapietreue der Patienten – erheblich verkürzt.
Die Betroffenen erhalten mehrmals täglich Allergen-Depot-Präparate
und erreichen so die Erhaltungsdosis innerhalb weniger Tage.
„Mit der Cluster-SIT treten nicht mehr Nebenwirkungen auf
als bei der herkömmlichen Dosissteigerung. Für die Patienten
bedeutet diese Therapie einen erheblichen Zeitgewinn“, so
Klimek.
Gentherapie
gegen Allergien