Nahrungsmittelallergie
Erdnüsse
häufige Ursache für Allergieschocks
Menschen
mit einer Nahrungsmittelallergie vertragen bestimmte Allergieauslöser
im Essen nicht. Schon geringe Mengen können fatale Folgen
haben und innerhalb von Minuten zu Hautausschlag, Magen- und
Darmbeschwerden oder gar einem allergischen Schock mit Kreislaufproblemen
und Atemnot führen. "Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien
die häufigste Ursache für eine Anaphylaxie, also
einen allergischen Schock. Besonders oft handelt es sich dabei
um Nuss- und Erdnussallergien", erläuterte Professor
Bodo Niggemann von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie
und klinische Immunologie (DGAI) im September 2004 auf einem
großen Allergie-Kongress in Aachen. Niggemann, der an
der Berliner Charité als Kinderarzt und Allergologe
tätig ist, stellte auf dem Kongress eine Studie über
schwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen bei Kindern
vor. Ein erschreckendes Resultat war, dass in viel zu wenigen
Fällen sofort eine wirksame Therapie eingeleitet worden
war. So erhielten nur etwa ein Drittel der Kinder mit anaphylaktischen
Reaktionen Adrenalin. Niggemann warnte auch davor, nach dem
Abklingen der Beschwerden sofort Entwarnung zu geben: "Wenn
man bei einem allergischen Schock zu schnell wieder aufsteht,
kann es zu Herzinfarktähnlichen Sym-ptomen mit Todesfolge
kommen."
Erdnuss-Allergiker müssen Lebensmittelzutaten gut kennen
Bei sehr empfindlichen Menschen können schon winzige
Erdnussmengen eine allergische Reaktion in Gang setzen. Wer
an einer Erdnuss-Allergie leidet, muss deshalb alle Lebensmittel
meiden, die auch nur Spuren von Erdnüssen enthalten.
Das ist nicht leicht. Obwohl die meisten Erdnuss-Allergiker
sich ihrer Krankheit bewusst sind, kommt es immer wieder zu
Todesfällen. Dr. Ernst Rietschel von der Gesellschaft
für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin
(GPA) berichtete auf dem Aachener Allergie-Kongress, dass
der unbeabsichtigte Kontakt mit dem Allergieauslöser
bei bekannter Allergie die häufigste Ursache für
einen tödlich verlaufenden anaphylaktischen Schock ist.
Laut Rietschel betrifft dies nicht nur das versehentliche
Essen von erdnusshaltigen Lebensmitteln: "Wer ein Kind
mit einer Erdnussallergie hat, sollte beispielsweise selbst
keine Erdnussflips essen und danach sein Kind küssen.
Der Kuss kann bei dem Kind allergische Symptome bis hin zum
Schock auslösen!"
Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie sollten unbedingt
einen auf Allergien spezialisierten Arzt aufsuchen, damit
die Auslöser (Allergene) sicher festgestellt werden können.
Der
Arzt kann dann wichtige Hinweise geben, welche Lebensmittel
gemieden werden müssen und was bei der Nahrungszubereitung
zu beachten ist. Heutzutage sind Erdnussspuren in sehr vielen
Lebensmitteln enthalten. Große Vorsicht ist beispielsweise
bei allen Fertiggerichten, Backwaren, Süßigkeiten
und Knabbereien geboten. Zum Schutz von Allergiekranken ist
eine EU-weite Deklarationspflicht für Nahrungsmittel
in Kraft getreten, nach der allergieauslösende Inhaltsstoffe
auf der Verpackung angegeben werden müssen, auch wenn
sie nur in kleinsten Mengen enthalten sind. Aber die neue
Lebensmittelkennzeichnung kann Allergikern keine vollkommene
Sicherheit bieten, denn produktionsbedingte Verunreinigungen,
beispielsweise von Erdnussspuren in Vollmilchschokolade, können
weiterhin vorkommen. Wichtig auch: "Die Hersteller ändern
die Rezepturen ihrer Produkte manchmal. Deshalb müssen
die Inhaltsangaben auf den Packungen immer wieder neu sorgfältig
überprüft werden", sagt der an der Kölner
Universitätskinderklinik tätige Allergologe Rietschel.
Bei Allergieschock sofort den Notarzt rufen
Wenn Kinder mit einer Erdnuss-Allergie einen anaphylaktischen
Schock erleiden, passiert dies meistens zu Hause, im Kindergarten
oder in der Schule. Bis der Notarzt vor Ort ist, kann einige
Zeit vergehen. Das ist gefährlich. Denn ein allergischer
Schock ist ein absoluter Notfall. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen,
können die Betroffenen sterben. Kinder und Eltern, aber
auch Kindergärtnerinnen und Lehrer sollten deshalb unbedingt
die Symptome ken-nen, mit denen sich ein allergischer Schock
ankündigt: Juckreiz, Brennen und Schwellungen von Haut,
Zunge, Rachen oder Lippen, Heiserkeit, Engegefühl im
Hals, Luftnot, Erbrechen, Durchfall, heftige Bauchschmerzen,
Schwindel, Kreislaufprobleme und Blässe können auf
eine heftige allergische Reaktion hindeuten. Zur Vorsicht
sollten Patienten mit einer ausgeprägten Erdnuss-Allergie
stets ein vom Allergologen verordnetes Notfallset bei sich
tragen. Dieses enthält das schnell wirksame kreislaufstabilisierende
Medikament Adrenalin. Zusätzlich sollten bei einer ungewollten
Aufnahme von Erdnussallergenen antiallergische Medikamente
und Kortison zur Beschwerdeminderung zur Verfügung stehen.
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Erdnuss-Allergiker:
aufgepasst!
Allergien gegen Erdnüsse können schwere
allergische Reaktionen zur Folge haben. Schon winzige
Mengen können bei empfindlichen Menschen einen allergischen
Notfall verursachen. Dr. Ernst Rietschel von der Gesellschaft
für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin
(GPA) warnte auf dem Allergie-Kongress in Aachen im September
2004: "Wer ein Kind mit einer Erdnussallergie hat,
sollte beispielsweise selbst keine Erdnussflips essen
und danach sein Kind küssen. Der Kuss kann bei dem
Kind allergische Symptome bis hin zum Schock auslösen!"
Seit dem In-Kraft-Treten einer EU-Vorschrift müssen
alle Lebensmittelzutaten, die allergische Reaktionen auslösen
können, auf der Verpackung angegeben werden. Wichtig
ist jedoch, die Inhaltsangaben auf Lebensmittelpackungen
immer wieder auf eventuelle Änderungen der Rezeptur
zu überprüfen. Eine vollkommene Sicherheit wird
es für Erdnussallergiker aber nicht geben, da viele
Lebensmittel, beispielsweise Schokolade, Kekse, Knabbereien
und Fertiggerichte, produktionsbedingte Spuren von Erdnusseiweiß
enthalten können. Es ist deshalb für Allergiker
sicherer, Snacks selber herzustellen. Wer auf bestimmte
Nahrungsmittel mit Krankheitssymptomen reagiert, sollte
sich von einem Allergologen behandeln lassen. |
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