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Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA)
Deutsche Gesellschaft für Allergologie und
klinische Immunologie (DGAI)

29. November 2004

Nahrungsmittelallergie

 

Erdnüsse häufige Ursache für Allergieschocks

Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie vertragen bestimmte Allergieauslöser im Essen nicht. Schon geringe Mengen können fatale Folgen haben und innerhalb von Minuten zu Hautausschlag, Magen- und Darmbeschwerden oder gar einem allergischen Schock mit Kreislaufproblemen und Atemnot führen.

 "Bei Kindern sind Nahrungsmittelallergien die häufigste Ursache für eine Anaphylaxie, also einen allergischen Schock. Besonders oft handelt es sich dabei um Nuss- und Erdnussallergien", erläuterte Professor Bodo Niggemann von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) im September 2004 auf einem großen Allergie-Kongress in Aachen. Niggemann, der an der Berliner Charité als Kinderarzt und Allergologe tätig ist, stellte auf dem Kongress eine Studie über schwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen bei Kindern vor. Ein erschreckendes Resultat war, dass in viel zu wenigen Fällen sofort eine wirksame Therapie eingeleitet worden war. So erhielten nur etwa ein Drittel der Kinder mit anaphylaktischen Reaktionen Adrenalin. Niggemann warnte auch davor, nach dem Abklingen der Beschwerden sofort Entwarnung zu geben: "Wenn man bei einem allergischen Schock zu schnell wieder aufsteht, kann es zu Herzinfarktähnlichen Sym-ptomen mit Todesfolge kommen."

Erdnuss-Allergiker müssen Lebensmittelzutaten gut kennen

Bei sehr empfindlichen Menschen können schon winzige Erdnussmengen eine allergische Reaktion in Gang setzen. Wer an einer Erdnuss-Allergie leidet, muss deshalb alle Lebensmittel meiden, die auch nur Spuren von Erdnüssen enthalten. Das ist nicht leicht. Obwohl die meisten Erdnuss-Allergiker sich ihrer Krankheit bewusst sind, kommt es immer wieder zu Todesfällen. Dr. Ernst Rietschel von der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) berichtete auf dem Aachener Allergie-Kongress, dass der unbeabsichtigte Kontakt mit dem Allergieauslöser bei bekannter Allergie die häufigste Ursache für einen tödlich verlaufenden anaphylaktischen Schock ist. Laut Rietschel betrifft dies nicht nur das versehentliche Essen von erdnusshaltigen Lebensmitteln: "Wer ein Kind mit einer Erdnussallergie hat, sollte beispielsweise selbst keine Erdnussflips essen und danach sein Kind küssen. Der Kuss kann bei dem Kind allergische Symptome bis hin zum Schock auslösen!"

Menschen mit einer Nahrungsmittelallergie sollten unbedingt einen auf Allergien spezialisierten Arzt aufsuchen, damit die Auslöser (Allergene) sicher festgestellt werden können.

Der Arzt kann dann wichtige Hinweise geben, welche Lebensmittel gemieden werden müssen und was bei der Nahrungszubereitung zu beachten ist. Heutzutage sind Erdnussspuren in sehr vielen Lebensmitteln enthalten. Große Vorsicht ist beispielsweise bei allen Fertiggerichten, Backwaren, Süßigkeiten und Knabbereien geboten. Zum Schutz von Allergiekranken ist eine EU-weite Deklarationspflicht für Nahrungsmittel in Kraft getreten, nach der allergieauslösende Inhaltsstoffe auf der Verpackung angegeben werden müssen, auch wenn sie nur in kleinsten Mengen enthalten sind. Aber die neue Lebensmittelkennzeichnung kann Allergikern keine vollkommene Sicherheit bieten, denn produktionsbedingte Verunreinigungen, beispielsweise von Erdnussspuren in Vollmilchschokolade, können weiterhin vorkommen. Wichtig auch: "Die Hersteller ändern die Rezepturen ihrer Produkte manchmal. Deshalb müssen die Inhaltsangaben auf den Packungen immer wieder neu sorgfältig überprüft werden", sagt der an der Kölner Universitätskinderklinik tätige Allergologe Rietschel.

Bei Allergieschock sofort den Notarzt rufen

Wenn Kinder mit einer Erdnuss-Allergie einen anaphylaktischen Schock erleiden, passiert dies meistens zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule. Bis der Notarzt vor Ort ist, kann einige Zeit vergehen. Das ist gefährlich. Denn ein allergischer Schock ist ein absoluter Notfall. Wird nicht rechtzeitig eingegriffen, können die Betroffenen sterben. Kinder und Eltern, aber auch Kindergärtnerinnen und Lehrer sollten deshalb unbedingt die Symptome ken-nen, mit denen sich ein allergischer Schock ankündigt: Juckreiz, Brennen und Schwellungen von Haut, Zunge, Rachen oder Lippen, Heiserkeit, Engegefühl im Hals, Luftnot, Erbrechen, Durchfall, heftige Bauchschmerzen, Schwindel, Kreislaufprobleme und Blässe können auf eine heftige allergische Reaktion hindeuten. Zur Vorsicht sollten Patienten mit einer ausgeprägten Erdnuss-Allergie stets ein vom Allergologen verordnetes Notfallset bei sich tragen. Dieses enthält das schnell wirksame kreislaufstabilisierende Medikament Adrenalin. Zusätzlich sollten bei einer ungewollten Aufnahme von Erdnussallergenen antiallergische Medikamente und Kortison zur Beschwerdeminderung zur Verfügung stehen.

 
Erdnuss-Allergiker: aufgepasst!
Allergien gegen Erdnüsse können schwere allergische Reaktionen zur Folge haben. Schon winzige Mengen können bei empfindlichen Menschen einen allergischen Notfall verursachen. Dr. Ernst Rietschel von der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA) warnte auf dem Allergie-Kongress in Aachen im September 2004: "Wer ein Kind mit einer Erdnussallergie hat, sollte beispielsweise selbst keine Erdnussflips essen und danach sein Kind küssen. Der Kuss kann bei dem Kind allergische Symptome bis hin zum Schock auslösen!" Seit dem In-Kraft-Treten einer EU-Vorschrift müssen alle Lebensmittelzutaten, die allergische Reaktionen auslösen können, auf der Verpackung angegeben werden. Wichtig ist jedoch, die Inhaltsangaben auf Lebensmittelpackungen immer wieder auf eventuelle Änderungen der Rezeptur zu überprüfen. Eine vollkommene Sicherheit wird es für Erdnussallergiker aber nicht geben, da viele Lebensmittel, beispielsweise Schokolade, Kekse, Knabbereien und Fertiggerichte, produktionsbedingte Spuren von Erdnusseiweiß enthalten können. Es ist deshalb für Allergiker sicherer, Snacks selber herzustellen. Wer auf bestimmte Nahrungsmittel mit Krankheitssymptomen reagiert, sollte sich von einem Allergologen behandeln lassen.

 



 

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