Lebensmittelallergien
/Nahrungsmittelallergien werden immer häufiger – und die
Diagnose immer schwieriger…..
Zahllose verschiedene Nahrungsbestandteile können eine
Allergie auslösen. Daher ist die Diagnose sehr aufwendig und
gleicht einer kriminaltechnischen Untersuchung. Die
Krankheitszeichen reichen von geröteter Haut, Heuschnupfen,
Juckreiz und Quaddelbildung bis hin zu lebensbedrohlichen
Symptomen wie Asthma und Kreislaufkollaps. Oft legen auch
wiederkehrende Magen-Darm-Beschwerden wie Erbrechen und
Durchfall den Verdacht nahe, daß eine Lebensmittelallergie
vorliegen könnte.
Eine „echte“ Allergie wird
immer durch eine Überreaktion des Immunsystems ausgelöst -
im Gegensatz zu den als „Pseudoallergien“ bezeichneten
Krankheitsbildern, die sich mit ähnlichen Symptomen
bemerkbar machen.
Typischerweise treten die Krankheitszeichen bereits kurz
nach dem Verzehr des unverträglichen (als Allergen wirkenden
) Nahrungsbestandteils auf. Wird das zu Recht in Verdacht
geratene Lebensmittel daraufhin vermieden, so klingen die
Allergiezeichen schnell ab.
Im Gegensatz zu Allergien gegen Gräser- und Baumpollen,
Hausstaubmilben oder Tierhaare gibt es bei der
Lebensmittelallergie bisher keine Möglichkeit eine
spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung)
durchzuführen. Die einzige derzeit mögliche
Therapieempfehlung besteht daher darin, das als Allergen
wirkende Lebensmittel konsequent zu vermeiden.
Einzige Vorbeugemaßnahme
ist derzeit noch das konsequente Meiden des Lebensmittels.
Exakte Zahlen über die
Häufigkeit von Lebensmittelallergien gibt es für Deutschland
nicht. Fachleute vermuten aber, daß ähnlich wie in den USA
und England auch bei uns bis zu acht Prozent der Kinder und
zwei Prozent der Erwachsenen auf bestimmte Nahrungsmittel
allergisch reagieren. Die häufigsten Lebensmittelallergien
richten sich gegen Hühnerei, Kuhmilch, Weizen und Soja. Die
allergene Wirkung geht dabei von bestimmten
Eiweißbestandteilen aus, die das Immunsystem als fremdartig
erkennt und daher auf das Heftigste bekämpft.
Der Provokationstest ist für die Diagnose unerlässlich
Im Fall der zunehmend zu beobachtenden
Lebensmittelallergien versagen viele der bei anderen
Allergien bewährten Diagnose- und Therapiemaßnahmen. Im
Regelfall ist es nicht so einfach, den wirklichen
Allergieauslöser zu finden. Patienten und Ärzte verlieren
bei dieser schwierigen Differentialdiagnose oft die Geduld.
Dann bleiben die Ursachen der Lebensmittelallergie im
Dunklen. Erfahrene Allergologen diagnostizieren Allergien
normalerweise mithilfe von standardisierten Haut- und
Bluttests. Ein positives Testergebnis heißt jedoch im Fall
der Lebensmittelallergien nicht zwangsläufig, daß das in
Verdacht geratene Lebensmittel auch wirklich
Krankheitszeichen hervorruft. Erst zeitaufwendige
Auslaßversuche mit anschließendem Austesten der verdächtigen
Lebensmittel ("Provokationstest") bringen einen sicheren
Nachweis.
Im Alltag mit
der Lebensmittelallergie leben
Bei industriell verarbeiteten Lebensmitteln ist es
wichtig, die im Zutatenverzeichnis "versteckten Allergene"
zu entdecken. Auch weiß nicht jeder, daß Pasta oder
bestimmte Streichfette Hühnereibestandteile enthalten
können. Eine sorgfältige Schulung und Beratung ist daher
unabdingbar.
Ausweichen
kann Leben und Gesundheit retten
Viele Grundnahrungsmittel wie Eier, Weizen oder
Kuhmilch lassen sich problemlos durch andere Lebensmittel
ersetzen. Patienten mit Kuhmilchallergie können zum Beispiel
Milch, Joghurt, Quark und Käse verwenden, für die Milch
anderer Tierarten verwendet wurde. Heute können auch
Milchersatzprodukte auf Soja-Basis beim Kuchenbacken oder
Verfeinern von Saucen die normale Kuhmilch ersetzen. Eine
Lebensmittelallergie ist oft im Fluß – sie kann im Lauf der
Zeit verschwinden wie sie gekommen ist..
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